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Gesund beginnt im Mund - Auch und gerade in Corona-Zeiten

In der Zeit von CoVid-19 sind viele Menschen Verunsichert. Wieviel Kontakt zum Zahnarzt soll bzw. muss sein, wie sieht die gute Zahn- und Mundpflege aus um diese Zeiten gut zu überstehen und auch danach einen gesunden Mundraum zu haben? Und vor allem, was kann die Zahnmedizin tun, um uns in dem Kampf gegen CoVid-19 Infektionen zu unterstützen? Es gab sehr unterschiedliche Beschlüsse des Gesundheitsministeriums. Vom kompletten Berufsverbot bis zur vollständigen Lockerung. Wie ist der aktuelle Stand?

Eine Verunsicherung ist nachvollziehbar, jedoch vollkommen unbegründet. Die internationalen wissenschaftlichen Studien belegen, dass von allen Fachärzten, die wenigsten Zahnärzte und zahnmedizinisches Fachpersonal erkrankten. Denn sie sind es gewohnt mit Handschuhen und Mundschutz den ganzen Tag zu arbeiten. Das bedeutet auch den höchsten Schutz für die Patienten. Die sehr strengen Hygienestandards die in den deutschen Praxen seit Jahren herrschen, sind dafür ausgerichtet eine Infektionsübertragung nicht nur von CoVid-19 sondern auch von z.B. HIV, Hepatitis B und C, MRSA, Creutzfeldt-Jakob usw. zu vermeiden. Durch den routinierten Umgang besteht weder für das Praxisteam noch für die Patienten ein reales Übertragungsrisiko. Deshalb kann ein Besuch auch in der heutigen Zeit für unsere Patienten als absolut sicher eingestuft werden. Das hat der Gesetzgeber auch bestätigt und die eingeschränkte Berufsausübung nach nur wenigen Tagen komplett zurückgezogen.

Das Motto der modernen ZahnMedizin heißt: Gesund beginnt im Mund. Die veränderte Schreibweise mit dem großem M soll gerade diesen Zusammenhang hervorheben. Was bedeutet das in Bezug auf CoVid-19?

Die Mundgesundheit hat einen großen Einfluss auf die Allgemeingesundheit und die persönliche Lebensqualität. Aus einer Vielzahl von wissenschaftlichen Veröffentlichungen wissen wir, dass der Gesundheitszustand des Mundes in einem direkten Zusammenhang mit dem gesamten Körper steht.  Eine Zahnbettentzündung (Parodontitis) erhöht das Risiko für Diabetes, Herz- und Kreislauferkrankungen (wie Schlaganfälle, Thrombose und Herzinfarkt), Altersdemenz, Atemwegserkrankungen (wie z.B.Lungenentzündungen), rheumatoide Arthritis oder auch für Frühgeburt. Wir wissen, dass ein regelmäßiges professionelles Biofilmmanagement maßgeblich zur Reduktion dieser Risiken beitragen kann. Deshalb empfehlen die Fachgesellschaften neben der optimalen häuslichen Pflege den regelmäßigen Gang in die Zahnarztpraxis und die so genannte PZR (professionelle Zahnreinigung) seit Jahren. Dabei geht es in erster Linie um eine medizinische Behandlung mit dem Ziel die Anzahl und die Lebensfähigkeit der Bakterien und Viren in der gesamten Mundhöhle zu reduzieren, um dadurch die Risiken für viele Erkrankungen zu minimieren.

In Bezug auf CoVid-19 wissen wir, dass das Virus über den Mundraum und hier auch durch die Mundschleimhaut in den Körper eindringt und von dort aus, unter anderem, die Atemwege und das Kreislaufsystem angreift. Es löst Atemweginfektionen, Thrombosen, Embolien usw. aus. Deshalb liegt der Gedanke nahe, durch eine Reduktion der Anzahl der Bakterien und Viren im Mundraum zum einen das allgemeine Infektionsrisiko zu minimieren und dadurch die Körper eigenen Abwehrkräfte auch gegen CoVid-19 zu stärken, zum anderen durch gezielte diagnostischen Methoden eine mögliche Infektion frühzeitig zu erkennen.

Das professionelle Biofilmmanagement in der Zahnarztpraxis ergänzt durch moderne Testverfahren, die das Vorhandensein von Entzündungsfaktoren bereits vor dem Ausbruch einer Erkrankung messen können, scheinen gerade diesen Anspruch zu erfüllen.  Das Testverfahren ist seit langem in der ZahnMedizin bekannt und ist ein Gradmesser für die systemischen Wechselwirkungen der Entzündungen des Zahnhalteapparates mit anderen Organsystemen. Diese Methode auch für CoVid-19 einzusetzen liegt sehr nahe. Die ersten Untersuchungen sind angelaufen und wir sind alle auf das Ergebnis sehr gespannt.

Unabhängig davon ob dieser Gedanke aufgeht, unterstützt der regelmäßige Gang in die Zahnarztpraxis und die medizinische Zahnreinigung das Immunsystem und trägt somit maßgeblich zur Mund- und Allgemeingesundheit bei. Es reduziert zusätzlich die Anzahl der kariösen Zähne und die der entzündeten Zahnfleischtaschen und verlängert die Lebensdauer von Füllungen, Kronen, Brücken und Implantate, und legt somit die Weichen für die Gesundheit für die Zukunft.

Und wie sieht eine gute häusliche Mundpflege in den Zeiten von CoVid-19 aus? Gibt es etwas, worauf wir besonders achten sollten?

Wir wissen, dass CoVid-19 gerade bei chronisch Kranken einen schweren Verlauf haben kann. Wir wissen auch, dass durch einen gesunden Lebensstil in Verbindung mit einer individuell optimalen häuslichen Mundhygiene  die allgemeine Gesundheit positiv beeinflusst wird. Die häusliche Mundhygiene hat zum Ziel die Bakterien und Viren „auszuhungern“, sie zu entfernen und die körpereigenen Abwehrkräfte zu stärken. Deshalb empfehlen wir, direkt nach dem Essen die Zähne zu putzen um somit den Keimen die Nahrung zu nehmen und ihre Anzahl zu reduzieren. Ich empfehle dazu gerne eine elektrische Zahnbürste, denn sie massiert gleichzeitig das Zahnfleisch, fördert dadurch die Durchblutung und steigert somit die Anzahl der Abwehrkräfte in den Zahnfleischtaschen. Zahnseiden und Zwischenraumbürstchen sorgen dafür, dass auch in diesem Bereich Bakterien und Viren möglichst wenig Schaden anrichten können.

Unsere Botschaft an unsere Patienten:

Wir können CoVid-19 nicht umgehen, wir können nur lernen mit dem Virus umzugehen. Die ZahnMedizin unterstützt Sie dabei. Der langfristige Erfolg hängt unter anderem von Ihrer Mitarbeit bei der täglichen Mundhygiene zu Hause und von der regelmäßigen Betreuung des zahnärztlichen Praxisteams ab. Deshalb ist es auch und insbesondere in Zeiten von CoVid-19 unbedingt notwendig die Vor- und Nachsorgetermine in den Zahnarztpraxen wahrzunehmen und alle medizinisch notwendigen Behandlungen durchzuführen. Die Praxen sind optimal für Ihren Schutz eingerichtet, können den professionellen Umgang mit Corona gewährleisten und Sie in dem Kampf gegen den Virus unterstützen.

25. September 2020 - Tag der Zahngesundheit - Tag der ZahnMedizin
Gesund beginnt im Mund - Zum Zahnarzt gehen und Infos zum Thema Mundgesundheit lesen

Die Aktion "Der Tag der Zahngesundheit" bietet unterschiedlichen Institutionen und Organisationen gute Möglichkeiten, interessante Veranstaltungen mit Fokus auf vorbildliche Mundgesundheitsmaßnahmen zu entwickeln.

Wer bei dem Slogan an Kinder denkt ist auf der richtigen Spur. Der Begriff "Fürsorge" ist im positiven Wortsinn Kernthema des diesjährigen Tages der Zahngesundheit. Insbesondere die Eltern besitzen Verantwortung für das Wohl ihrer Kinder, da Gesundheit - auch die Zahn- und Mundgesundheit - nicht ohne Unterstützung zu erreichen ist.

Die Kariesrate bei Kindern aus sozial schwierigen Verhältnissen ist deutlich höher als in den sogenannten Durchschnittsfamilien. Deshalb brauchen Kinder viel Zuwendung und verantwortungsvolle und informierte Eltern, die auf ihre Gesundheit und Zähne achten, ihnen helfen ihre Zähne ein Leben lang zu erhalten.

Pressestelle Bundeszahnärztekammer

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Lächeln gegen den Stress

Eine Studie der University of Kansas zeigt jetzt, dass unter bestimmten Umständen Lächeln tatsächlich Stress mindert, das Herz schützt und das allgemeine Wohlbefinden fördert.  (Quelle: ZWP-online)

Nicht jede Zuckerverbindung schadet den Zähnen

Süßigkeiten sind nicht automatisch schlecht für die Zähne - es kommt auf die Art an. Trauben-, Frucht- und Haushaltszucker sind am gefährlichsten. Viel weniger schaden  Xylit, Mannit ud Sorbit. Aspargam, Cyclamat, Saccharin und Stevia führen gar nicht zu Karies. (Quelle: dpa-tmn)

Mit Kokosöl gegen Karies

Bereits eine kleine Menge Kokosöl in der Zahncreme reicht aus, um das Gebiss vor Karies zu schützen. (Quelle: ZWP-online)

Mit Zahnbürste gegen Diabetes und Herzinfarkt?

Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen sind weit verbreitet und gehören zu den Hauptursachen von Tod. Neben den bekannten Risikofaktoren (wie z.B. Bluthochdruck) zeigen die neusten Studien einen klaren Zusammenhang zur Mundhygiene und Mund-Zahn-Gesundheit. Parodontitis-Patienten haben ein 50% höheres Risiko an Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen zu erkranken, als die Menschen die eine konsequent sehr gute Mundhygie betreiben. (Quelle: IME 13-10464)

Mundgeruch im Alter

Mit zunehmendem Alter verändert sich häufig der Geruch eines Menschen. Hauptauslöser für schlechten Atem sind in neun von zehn Fällen bakterielle Veränderungen in der Mundhöhle. So siedeln sich Karies- und Parodontitis-Bakterien in den kaputten Zähnen und unter dem Zahnfleischrand oder dem Zahnersatz an.  Während sie Speisereste und Zellen zersetzen, produzieren sie geruchsintensive Schwefelverbindungen, die mit der Atemluft nach außen gelangen.

Idealerweise wird ein Großteil der Bakterien durch den natürlichen Speichelfluss beseitigt. Jedoch ist die Mundhöhle bei Senioren oft zu trocken, sodass sich die Bakterienflora negativ verändert.

Mit den Jahren kommen gelegentlich auch mehrere Ursachen für Mund- und Körpergeruch zusammen. Wichtig ist daher, Auffälligkeiten ernst zu nehmen.

Der wichtigste Anprechpartner ist in jedem Fall die Praxis für ganzheitliche und interdisziplinärer Zahnheilkunde, da sich durch professionelle Therapie und Beratung selbst ausgeprägte Gerüche in den meisten Fällen in den Griff bekommen lassen. (Quelle: ZVF- Prophylaxe Implus 3/13)

Sind Smoothies gut für die Zähne?

Smoothies erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Aufgrund ihres hohen Gehaltes an Vitaminen, Spurenelementen und Balaststoffen gelten sie als wichtiger Baustein der gesunden Ernährung. Durch sie ist der Empfehlung 5-mal am Tag Obst und Gemüse zu sich zu nehmen leichter in den Allag umzusetzen.

Doch Smoothies beinhalten auch Zucker und Säuren, die nachweislich kariesfördernde Wirkung haben. Aus diesem Grunde sollte nach dem Verzehr der Mund mit Wasser gründlich ausgespült werden und zur Neutralisierung Kaugummi gekaut werden.

Macht Wasser schlank und süßes Getränk dick?

Viele Menschen glauben, dass es bei einer Diät zur Gewichtsreduktion hilft, viel Wasser zu trinken. Die Berlin School of Bublic Health an der Charité Universität Berlin wertete aus 4963 Texten 13 Studien aus, und kam zu der Meinung, dass augrund der widersprüchlichen Ergebnisse momentan keine allgemeine Aussage diesbezüglich getroffen werden kan. Dennoch könnte ein hoher Wasserkonsum bei Menschen, die eine Diät zur Gewichtsreduktion durchführen, unterstützend wirken. (Quelle IME 13-10466)

Bestimmt der Ausbildungsgrad das Essverhalten?

Es wurd mehfach belegt, dass die innere Einstellung von Menschen zu gewissen Themen bestimmte Verhaltensweisen nach sich ziehen. So auch gute Grundkenntnisse über Lebensmittel und deren Bedeutung für die Gesundheit. Eine Untersuchung der Medizinischen Universität Strasbourg untersuchte 1631 Personen und stellte dabei fest, dass ein geringes Wissen über gesunde Ernährung einen zusätzlichen Faktor für die unkritische Wahl von Lebensmitteln darstellt und somit zu einer ungünstigen Ernährungsweise beiträgt. (Quelle: IME 13-10467)

Mund auf gegen Blutkrebs!

Leukämie - die einzige Chance: eine Stammzellentransplantation

Alle 45 Minuten erhält in Deutschland ein Patient die Diagnose "Leukämie". Bezogen auf alle Blutkrebserkrankungen vergehen nur 16 Minuten zwischen zwei Diagnosen. Unter den Erkrankten sind viele Kinder und Jugendliche. Für viele Patienten ist eine Stammzellentransplantation die letzte oder sogar die einzige Chance zu überleben.

Jeder fünfte Patient wartet vergeblich auf den passenden Knochenmark- bzw. Stammzellenspender. Das soll sich ändern.

Im Fühjahr 2013 startete die gemeinsame Aktion der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft bmH (DKMS) in Kooperation mit der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) "Mund auf gegen Blutkrebs", die durch einen einfachen Test betroffenen Patienten helfen soll schnell und effektiv einen passenden Spender zu finden - und zwar beim Zahnarzt.

Dabei wird ein einfacher Abstrich der Wangenschleimhaut genommen, um unverbindlich in die Spendendatei aufgenommen zu werden. Das kann ganz unkompliziert im Rahmen der routinemäßigen Kontrolluntersuchung erfolgen.

Blutkrebs ist der Sammelbegiff für eine Reihe bösartiger Erkrankungen des blutbildenden System: Leukämie, Hodgin- und Non-Hodgki-Lymphomeund Plasmazytom. Im Jahr 2008 waren allein in Deutschland 32.830 Menschen daran erkrankt. 16.901 von ihnen sind daran gestrben. Die einzige Chance zu überleben ist eine Stammzellentransplantation. Da nur 30% der Patiente einen geeigneten Stammzellenspender innerhalb der Familie finden, ist ein Großteil auf fremde Spender angewiesen. Die DKMS registriert potenzielle Spender in ihrer Datei und hilft, für möglichst  jeden suchenden Patienten einen passenden Spender zu finden.   (Quelle: BZÄK & DKMS)