Zahnunfall

Zahnarztpraxis aufsuchen!

Schwimmen, Radfahren, Skaten, Boarden, viele lassen sich davon begeistern. Leider steigt damit auch die Verletzungsgefahr insbesondere der Front-Zähne. Verletzungen der bleibenden Zähne kommen vor allem bei Kindern und Jugendlichen vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind einen Zahnunfall erleidet, ist leider größer als davon verschont zu bleiben. Der erste Anlaufpunkt in diesem Fall ist immer die Zahnarzpraxis.

Für den Betroffenen ist eine Verletzung im sichtbaren Berich ein einschneidendes Ergebnis mit bleibenden Folgen, sowohl psychisch, funktionell als auch ästhetisch. Somit sollte der Zahnerhalt bzw. eine Wiedereinpflanzung des verloren gegangenen Zahnes absolute Priorität haben. Ob der reparierte Zahn fest einheilt, hängt in erster Linie von der Dauer und der Art der Lagerung bis zur Wiedereinpflanzung ab. Es kommt darauf an, die Zellen auf der Wurzeloberfläche zu schützen und vital zu erhalten. Somit ist es wichtig, dass der Zahn NIE im Wurzelbereich angefasst und NIE abgewaschen wird (den Schmutz auf der Wurzel/Zahn lassen!) um die Zellen an der Wurzeloberfläche nicht zu schädigen!

Bei trockener Lagerung über 30 Minuten oder feuchter Lagerung in ungeeigneten Substanzen geht die Vitalität der Wurzelhaut verloren. Diese Zähne werden dann später abgestoßen. Die Lagerung des Zahnes in der Mundhöhle gilt als überholt, da hierbei ein Risiko des Verschluckens oder Erstickens besteht. Zudem erhöht sich durch die Verunreinigung des Zahnes mit den Keimen aus der Mundhöhle die Komplikatios-Rate deutlich.

Eine Lagerung des Zahnes in Kochsalzlösung (erhältlich in der Apotheke) gewährleistet eine Aufbewahrung für maximal 2-3 Stunden. Da Kochsalz jedoch keine ausreichende Nährstoffe für die Zellerhaltung bietet, ist diese Art der Aufbewahrung auch nicht die ideale Form. Deutlich bessere Eigenschaften besitzt die Milch. Ideal ist die kalte, ultrahocherhitzte Milch. Sie bietet eine Überlebenschance von ca. 6 Stunden.

Den optimalen Schutz bietet jedoch einzig und allein ein Zahnrettungsbox (erhältlich in der Apotheke). Der Zahnrettungsbox erhält ein physiologisches Zell-Nährmedium und garantiert das Überleben des Zahnes bis zu 25 Stunden bei Zimmertemperatur. Die Handhabung ist ganz einfach: Der Zahn wird direkt, ohne es abzuspülen (das ist ganz wichtig!), einfach in die Rettungsbox gelegt und der Deckel fest verschaubt.

Jetzt muss schnell ein erfahrener Fach-Zahnarzt aufgesucht werden. Dieser wird nach einer genauen Untersuchung den Zahn professionell einsetzen und mit einer Schiene stabilisieren. Die Schienung  wird nach ca. 14 Tagen entfernt. Danach ist eine regelmäßige Kontrolle in kurzen Abständen von Bedeutung, um mögliche Infektionen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

Die Zahnärzteschaft fordert, dass alle Schulen, Schwimmbäder, Sporthallen, Sportvereine und Rettungswägen mit einer Zahnrettungsbox ausgestattet sind.

Vorbeugung ist besser!

Das Tragen eines Zahn-Sportschutzes ist im Profisport vorgeschrieben. Leider betrifft das nicht die "Amateurliga". Zahnmediziner registrieren seit Jahren einen deutlichen Anstieg von Zahnverletzungen bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.  30% der 8-12 jährigen erleiden solche Zahnschäden. Die Folgen sind bleibende Schäden. Insbesondere ist nicht bekannt, wie viel Verletzungsrisiko in den täglichen Sportarten steckt.  80% der Unfälle betreffen die oberen Schneidezähne. Durch das Tragen eines Mundschutzes reduziert sich die Verletzungsgefahr um 60%.

  • Es gibt konfektionierte Sportmundschutze. Sie haben den Nachteil, dass sie nicht exakt passen und dadurch nur einen eingeschränkten Tragekomfort und Schutz bieten. 
  • Wesentlich besser sind die individuell angefertigten, die anhand eines Kiefer-Abdruckes im zahntechnischen Labor angefertigt werden. Dies garantiert guten Halt, eine auf die Sportart abgestimmte Dämpfung und dadurch auch den besten Schutz.

Nicht nur Knie, Ellbögen und Kopf schützen, sondern auch an den Mundschutz denken!

Unsere Praxis nimmt am Projekt "Zahnrettungskonzept in Deutschland" aktiv teil.