Zähneknirschen, Bruxismus

Zähne, Kiefer, Kiefergelenke sowie alle dazu gehörigen Muskeln und Sehnen sind im Wesentlichen dafür gebaut, dass wir das Essen zerkleinern können. Dafür berühren sich die Zahnreihen ca. 15 Minuten pro Tag mit einer Durckbelastung von ca. 3-20 kp. Die restlichen 23 Stunden und 45 Minuten berühren sie sich nicht und befinden sich meist in einem Abstand von 2-5 mm.

Das Kausystem ist aber auch zum Sprechen, Schlucken und Atmen da, und auch zum Verarbeiten von Stress. Jeder Mensch knirrscht und presst sowohl tagsüber als auch nachts, um seinen Stress abzureagieren. Somit gehört das Knirschen und Pressenzu den normalen Stressreaktionen.

Manchmal können jedoch Menschen bis zu 200kp Durck auf 1 Quadratzentimeter Kaufläche ausüben. Das führt auf zu Überbelastung dieses Systems. Die Zähne werden abgerieben, Füllungen fallen raus, der Zahnersatz geht kaputt. Das muss unbedingt verhindert werden.

Ursachen

  • Orthopädische Probleme
  • Zahn- und Kieferfehlstellungen
  • Psychische Belastungen
  • Ernährungsgewohnheiten
  • Stress

Folgen

  • Die starkte Muskelverspannung behindert die Durchblutung,
  • dadurch steigt die Infektanfälligkeit des Zahnfleisches,
  • der Biss passt nicht mehr richtig zusammen,
  • das Kiefergelenk wird überansprucht,
  • Kiefergelenk und Knorpelflächen werden deformiert,
  • die Nervenfasern werden komprimiert,
  • die Muskelstränge werden verkürzt, bzw. überdehnt,
  • es kommt zu Problemen im Bereich der Halzwirbelsäule,
  • zu Kopfschmerzen,
  • Ohrgeräuschen, wie Tinnitus,
  • Schwindel,
  • Einschränkungen des Speichelflusses und damit
  • ein erhöhtes Risiko an Parodontitis
  • Schluckbeschwerden und Klossgefühl im Hals.

Test

  • Fühlen Sie sich morgens häufig verärgert?
  • Leiden Sie häufig unter einem verspannten Nacken?
  • Kennen sie dieses Knacken im Kiefergelenk vor den Ohren?
  • Hat man Ihnen von komischen Geräuschen berichtet, die Sie nachts im Schlaf machen?
  • Haben Sie empfindliche Zähne, die besonders stark auf Kälte, Süßes und Saures reagieren?
  • Haben Sie das Gefühl, Ihre Zähne werden immer kürzer?
  • Sind Ihre Eckzähne so gerade wie die Frontzähne?
  • Können Sie bei Ihren Zähnen den gelblichen Zahnhals sehen?
  • Hat Ihre Zunge auf den Seiten Dellen?
  • Spüren Sie eine Linie im Inneren der Wange- etwa auf Bisshöhe?

Ergebnis

Haben Sie mehr als 1 Frage mit ja beantwortet? Willkommen im Club der Knirscher!

Zahnknirschen ist zum großen Teil der Abbau von innerer Unruhe und Stress.  Wut und Aggression setzen Energie frei. Dieser Zustand verändert Atmung, Herzfrequenz, Blutdruck, Muskelverspannung, Blutzuckerwerte, Adrenalinspiegel.

Therapie

Allgemein zum Stressabbau

  • Sport (Jogging, Power-Walking, Radfahren, Schwimmen) oder
  • Stress-Management (Yoga, Qi-Gong, warme Wannenbäder, Atemübungen, Meditation, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jakobson) und unterstützend dazu
  • Ganzheitliche und Naturheilkundige Therapieverfahren wie Körper-Akupunktur, Ohr-Akupunktur, Bachblüten-Therapie, Pflanzenheilkunde, Hypnose, TENS

Zahnmedizinische Behandlung mittels Aufbiss-Schiene

  • Individuell vom Zahnarzt aus durchsichtigem Kunststoff angepasster Zahnaufsatz
  • Sollte regelmäßig getragen werden
  • Verhindert, dass die zähne direkten Kontakt zueinander haben und verhindert weiteren organischen Schaden
  • Entspannt die Kaumuskulatur und die Muskulatur des Nackens und Rückens

Kraniomandibuläre Dysfunktion

Die Körperachsen stehen üblicherweise in Symetrie zueinender. Wenn aber zum Beispiel ein Beckenschiefstand besteht, verändert sich die Anspannung der Wirbelsäulenmuskulatur die zu Schiefstellungen weiterer Gelenke, so auch der Kiefergelenke, führt.

Es kann aber auch durch einen ungünstig hergestellten Zahnersatz, Füllung oder Zahnfehlstellungen zu eine Achsenänderung des Kiefergelenks kommen, die damit in umgekehrter Richtung zum Beckenschiefstand führt.

Die permanente Überbelastung der einer und die Unterbelastung der anderen Körperseite, führt zu weiteren Verspannungen, Schiefstände, Fehlhaltungen von Muskeln, Sehnen und Gelenke.

Therapieren kann man nur ganzheitlich. Es sind gefordert, der Patient selbst, in Form von Bewegung, Sport und gesunde Lebensweise, der Zahnarzt, der Orthopäde, der Physiotherapeut und der Osteopath.