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Praxis für ganzheitliche Zahnmedizin
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Dr. / Med. Univ. Budapest
Master of Arts - Integrated Dentistry
Master of Business Administration
Edith Nadj-Papp
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Wurzelbehandlung

Was ist eine Wurzelbehandlung?

Eine Wurzelbehandlung (Endodontie) ist eine komplexe und aufwändige Methode, mit der Zähne erhalten werden sollen, deren Nerv bzw. Zahnmark entzündet oder bereits abgestorben ist. Vereinfacht gesagt wird bei einer Wurzelbehandlung das Zahnmark (Pulpa samt Zahnnerv) entfernt. Die Wurzelkanäle, durch die der Zahnnerv verläuft, werden anschließend gesäubert, desinfiziert und mit Wurzelfüllmaterial aufgefüllt. Daher sprechen wir in der Zahnmedizin meist von Wurzelkanalbehandlung und weniger von einer Wurzelbehandlung.

Karies und Verletzungen als Vorreiter einer Wurzelbehandlung

Die Ursachen für die Entzündung oder das Absterben des Zahnmarks sind Vorschäden des Zahnes durch Karies, Unfall oder Verletzungen. Dabei stellen die Bakterien die Hauptursache für die Entzündung dar. Sie dringen aus der Mundhöhle in das Innere des Zahnes ein, wo sich der Zahnnerv befindet, und verursachen eine Infektion in diesem aus Blutgefäßen und Nervenfasern bestehenden Gewebe. Der zeitliche Verlauf der Entzündung ist nicht vorhersehbar. Beschwerden können mitunter erst Jahre nach der Entfernung von Karies auftreten. Ist es erst einmal zum Eindringen von Bakterien und zur Entzündung gekommen, ist die Wurzelbehandlung die einzige Möglichkeit, den Zahn noch zu erhalten.

Vor- und Nachteile einer Wurzelbehandlung

Der Vorteil einer Wurzelbehandlung liegt vor allem darin, dass möglicherweise ein Zahn erhalten bleiben kann, der sonst gezogen werden müsste. Dadurch können im Idealfall weitere Behandlungen, die durch einen Zahnverlust verursacht wären, vermieden werden.

Solche Folgen können z.B. sein: Zahnverschiebungen, Abbau von Kieferkamm und -knochen, Bissverschiebungen, Kiefergelenksbeschwerden, Erkrankungen des Kauapparates (TMD = Temporomandibuläre Dysfunktion; CMD = Craniomandibuläre Dysfunktion), Muskelverspannungen, Kopfschmerzen, Fehlstellung des gesamten Stütz- und Halteapparates, Abschleifen von Nachbarzähnen und damit verbundene Risiken, Implantationen, Materialunverträglichkeiten, Fremdstoffe, Allergien usw.

Man sollte sich aber bewusst sein: Eine Wurzelbehandlung ist gewissermaßen eine Notfallbehandlung am Zahn. Sie kann fehlschlagen und dann das Ziehen des Zahnes erforderlich machen.

Die Nachteile einer Wurzelbehandlung ergeben sich vor allem daraus, dass der Zahn nicht mehr lebt und sein Inneres auch bei noch so großer Sorgfalt nicht gänzlich gesäubert werden kann.
Die Ursache dafür liegt in der Anatomie der Wurzelstruktur. Auch die moderne Mikro-Endodontie inklusive mikroskopischer Wurzelkanalbehandlung kann nur einen Teil der Kanalstruktur mechanisch reinigen, desinfizieren und hermetisch abdichten. Experten schätzen, dass selbst bei exakten Wurzelfüllungen nur bis zu 60 % des Kanalsystems gesäubert und abgefüllt werden können. Viele Seitenkanäle bleiben bei der Wurzelbehandlung unversorgt. In diesen können sich dann Keime (Syphanosporen, Enterococcus faecalis, Candida albicans, Actinomyceten etc.) ansiedeln, sich vermehren, Gewebe zersetzen und sehr giftige und schädliche Stoffwechselprodukte absondern.

Wurzelbehandlung

Zu diesen Giftstoffen gehören beispielswiese die als Nervengifte (Neurotoxine) wirkenden Leichengifte Mercaptan, Thioether, Polyamine, Butrescin und Cadaverin. Diese Nervengifte wirken hochgradig zerstörerisch, indem sie z.B. lebenswichtige körpereigene Enzyme hemmen und dadurch sowohl lokal als auch im gesamten Körper unerwünschte Infektionen oder krankhafte Veränderungen auslösen.

Welche Folgen das haben kann, sei am Beispiel der Mercaptane dargestellt. Mercaptane sind schwefelhaltige Eiweißzerfallsprodukte, die – wir ihr Name schon sagt (lat. Mercurium captans = Quecksilber fangend) – Quecksilberionen binden können. Bei der Verbindung von Mercaptan mit Quecksilber, das z.B. aufgrund alter Amalgamfüllungen im Mundraum vorhanden ist, entsteht wiederum das hochgiftige Dimethylquecksilber – eines der stärksten Nervengifte der Welt. Inzwischen gibt es zahlreiche Untersuchungen, die das von Mercaptanen aufgrund ihrer toxischen Wirkung ausgehende Gesundheitsrisiko bestätigen. Zum Beispiel belegen Untersuchungen einen Zusammenhang zwischen Brustkrebs und wurzelbehandelten Zähnen (95 % der Brustkrebspatientinnen hatten einen oder mehrere wurzelbehandelte Zähne).

Neben der toxischen Wirkung der Nervengifte, gehen wir auch davon aus, dass die Wurzelfüllmaterialien selbst neben der toxischen noch eine allergische Wirkung haben. Denn die zur Verfügung stehenden Wurzelfüllmaterialien enthalten Inhaltsstoffe wie Polyisoprene, Kadmium- und Nickelfarbstoffe, chemische Verunreinigungen, Epoxidharze und Konservierungsstoffe (Dexamethason, Tetrajodthymol, Trioxymethylen, Formaldehyd, Paraformaldehyd, Jodoform, Perubalsam, Sulfonamide, Antibiotika, Kortisol, Schmerzmittel etc.). Auch Sporen des Schimmelpilzes Aspergillus wurden in wurzelgefüllten Zähnen schon mehrfach nachgewiesen. Bekanntermaßen sind Schimmelpilze ebenfalls giftig und gesundheitsgefährlich.

Die heutige 3-dimensionale digitale Röntgendiagnostik und die verbesserte Auflösung der Bilder ermöglicht einen viel genaueren Blick in das Innere des Zahns, als dies früher bei der analogen 2-dimensionalen Röntgendiagnostik möglich war. Dies verschafft uns eine sehr viel genauere Erfolgskontrolle bei der Wurzelbehandlung. Der technische Fortschritt hat jedoch auch gezeigt, dass viele Wurzelbehandlungen, die man früher für gelungen gehalten hätte, durchaus Mängel aufweisen. Das können feine, in den Wurzelkanälen eingeschlossene Luftbläschen, zarte Anzeichen einer chronischen Kieferentzündung oder früher übersehene Verzweigungen sein. Dieses Wissen hat dazu geführt, dass Wurzelkanalbehandlungen auch von der klassischen Zahnmedizin zunehmend kritischer gesehen werden.

Aus den genannten Gründen steht die ganzheitliche, systemische, interdisziplinäre und Umwelt-Zahnmedizin eine Wurzelbehandlung durchaus skeptisch gegenüber. Ihrer Auffassung nach sind wurzelkanalbehandelte Zähne Störfelder und Verursacher oder Mitunterstützer von chronisch-entzündlichen und Autoimmunerkrankungen.

Erfolgsaussichten einer Wurzelbehandlung

Wie lange Sie Freude an einem wurzelbehandelten Zahn haben werden, lässt sich schwer vorhersagen. Das hängt sehr vom Einzelfall ab.

Nach unserer Erfahrung hängt der Erfolg einer Wurzelbehandlung nicht nur von ihrer Qualität, sondern auch wesentlich von der Regulationsfähigkeit des Patienten ab. Dies ist ein weiterer Grund dafür, dass eine Wurzelbehandlung bei – in der Regel gesunden – Menschen eher zu empfehlen ist, als bei chronisch Kranken.

Grundsätzlich gilt aber: Ein wurzelbehandelter Zahn ist ein toter Zahn. Er ist von der Blutversorgung abgeschnitten. Aufgrund der mangelnden Nährstoffversorgung wird er im Laufe der Zeit spröde. Damit steigt die Bruchgefahr. Im einfachen Fall bricht vielleicht nur eine Ecke weg, wenn es aber zu einem Durchbruch (Spaltung von der Kaufläche hin zur Wurzel) kommt, ist der Zahn nicht mehr zu retten und muss gezogen werden. Auch sonstige Schäden wie z.B. kariöse Defekte treten an wurzelbehandelten Zähnen häufiger auf.

Falls im Bereich der Wurzelspitze eine abgegrenzte bzw. abgekapselte Entzündung sichtbar wird, kommt eine Wurzelspitzenresektion in Frage, um den wurzelbehandelten Zahn doch noch zu retten. Solange eine akute Entzündung vorliegt, können wir keine Wurzelspitzenresektion vornehmen. Sie kommt nur in Frage, wenn das entsprechende Gebiet abgekapselt ist. Zudem sollte man wissen, dass die Erfolgschancen bei einer Wurzelspitzenresektion noch geringer sind als bei einer Wurzelbehandlung, weil die Wundheilung tendenziell schwieriger wird. Hinzu kommt, dass ein wurzelbehandelter Zahn auch nach einer Wurzelspitzenresektion ein Störfeld bleiben kann.

Ablauf einer Wurzelbehandlung in unserer Praxis

Von Prinzip her wird bei einer Wurzelbehandlung der infizierte Nerv entfernt, der Zahnkanal mit Instrumenten gründlich gesäubert, aufwändig desinfiziert und mit einer Wurzelfüllung bis zu der Wurzelspitze luftdicht abgefüllt. Anschließend wird der Zahn wieder aufgebaut.

Der Zeitbedarf für eine solche Wurzelbehandlung liegt in der Regel bei einem Frontzahn bei circa einer Stunde, bei Backenzähnen bei zwei bis drei Stunden, kann im Einzelfall aber auch länger sein.
Im ersten Schritt einer Wurzelbehandlung wird die Füllung, das Inlay oder die Krone entfernt, um den Eingang des Nervenkanals freilegen zu können.

Wie bereits beschrieben sind Bakterien und ihre Gifte ein zentrales Problem bei der Wurzelbehandlung. Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Wurzelbehandlung liegt daher darin, die Zahl der Bakterien möglichst stark zu reduzieren eine erneute Besiedelung zu verhindern.

Die mechanische Reinigung der Kanäle erfolgt in unserer Praxis in Ditzingen bei Stuttgart nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen, maschinell und mit sehr hochwertigen Nickel-Titan-Einmalinstrumenten. Zur Verbesserung der Qualität und der Langzeitergebnisse der Wurzelkanalbehandlung arbeiten wir zudem unter einer Vergrößerung.

Neben einer möglichst gründlichen mechanischen Reinigung der Kanäle muss durch Spülflüssigkeiten die Keimzahl so gut wie möglich reduziert werden. Die Zahl der Bakterien reduzieren wir im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung mittels:

  • Natriumhypochlorit (NaOCl), 1 %, 60°C, 10 ml, 30 min Einwirkzeit
    Wirkt desinfizierend
  • Ethylendiamintetraacetat (EDTA), 15 %, 5 ml, 1 min Einwirkzeit
    Wirkt reinigend
  • Alkohol
    Wirkt desinfizierend
  • Chlorhexidindigluconat (CHX), 1 %
    Wirkt desinfizierend
  • Ozon
    Als biologische Desinfektion

Dabei spielt die Ultraschallaktivierung der Spülungen eine sehr wichtige Rolle (3x20 Sekunden). Denn sie führt zu einer deutlichen Reduktion der Keimzahl.

Sind mehrere Sitzungen für eine Wurzelbehandlung notwendig, wird eine medikamentöse Einlage mit frisch angemischtem Kalziumhydroxid empfohlen. Auch dieses Mittel wirkt desinfizierend und verhindert effektiv eine Reinfektion der Zahnkanäle aus der Mundhöhle.

Zum Abschluss der Wurzelbehandlung werden alle Kanäle mit einer dichten Wurzelfüllung versehen. In unserer Praxis für ganzheitliche Zahnmedizin und Umweltzahnmedizin setzen wir bei der Wurzelkanalbehandlung auf die dreidimensional hermetisch abdichtende Guttapercha-Wurzelfüllung, die mit modernen thermoplastischen Verfahren in die Kanäle appliziert wird.

Um ein exaktes Ergebnis und einen langfristigen Erfolg zu erzielen, arbeiten wir während der gesamten Behandlung mit elektronischen Messinstrumenten und achten auf die Abdichtung des Zahnes durch eine hermetisch dichte Füllung. Eine wertvolle Hilfe ist hierbei das elektrische Wurzelkanallängenbestimmungsgerät, das während der Wurzelbehandlung eine permanente Kontrolle der erreichten Arbeitslänge ermöglicht.

Zuletzt wird der Zahn mit einer stabilen und sehr guten Endversorgung versehen und mit Immunstimulation auf die Körperverträglichkeit geachtet.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten einer Wurzelbehandlung?

Private Krankenkassen übernehmen in der Regel die vollen Kosten einer Wurzelbehandlung.

Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine einfache, von ihnen festgeschriebene Wurzelbehandlung. Anders als bei Füllungen, bei denen die Gesetzlichen Krankenkassen stets einen Fixbetrag übernehmen und der Patient bei einer hochwertigeren Versorgung den Differenzbetrag übernimmt, bezuschussen die allermeisten Gesetzlichen Krankenkassen keine Wurzelbehandlung, die vor der von ihnen vorgegebenen einfachen Form abweicht – und das, obwohl die Kassenleistung im Fall der Wurzelbehandlung nicht den empfohlenen Standard der Fachgesellschaften erreicht! Das heißt, die meisten Kassenpatienten müssen die Kosten für eine Wurzelbehandlung vollständig selber tragen, wenn sie eine hochwertigere Versorgung wünschen.

Wie hoch die Kosten für die Wurzelbehandlung sind, hängt im Einzelfall von den erbrachten Leistungen, dem Zeitaufwand und dem Verlauf der Behandlung ab. Wenn sich z.B. im Verlauf der Wurzelbehandlung zeigt, dass es doch mehr Wurzelkanäle gibt, als im Vorfeld zu erwarten war, steigen auch die Kosten der Wurzelbehandlung.

Die Kosten für die Wurzelbehandlung rechnen wir wie andere Leistungen gemäß der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) ab.

Für wen kommt eine Wurzelbehandlung in Frage?

Aufgrund ihrer Anatomie und der Erreichbarkeit eignen sich Frontzähne wesentlich besser für eine Wurzelbehandlung als Backzähne. Während Schneidezähne in der Regel nur einen Wurzelkanal aufweisen, finden wir bei Backenzähnen stets mehrere, mitunter verzweigte und Querverbindungen bildende Kanäle, die sich mitunter ähnlich einem Flussdelta immer weiter verzweigen. Unter solchen Bedingungen können die Wurzelkanäle nicht immer fachgerecht (lege artis) versorgt werden.

Eine Wurzelbehandlung kommt aus unserer Sicht vor allem für Jugendliche in Frage, deren Wurzelwachstum noch nicht abgeschlossen ist. Bei ihnen kann ein wurzelbehandelter Zahn eventuell auch als langfristiges Provisorium zum Einsatz kommen.

Ein typisches Beispiel für eine Wurzelbehandlung bei Jugendlichen wären Unfallzähne im Frontbereich. Diese haben zudem den Vorteil, dass sie in der Regel nicht kariös vorbelastet sind, was die Bakterienlast reduziert und damit die Erfolgsaussichten der Wurzelbehandlung erhöht.

Aufgrund der hohen Belastung für den gesamten Organismus, die von einem wurzelbehandelten Zahn ausgeht, raten wir chronisch Kranken in der Regel von einer Wurzelbehandlung ab. Bei chronisch Kranken sollte sorgfältig geprüft werden, inwieweit wurzelbehandelte oder tote Zähne womöglich sogar für die Erkrankung verantwortlich sind oder diese zumindest unterhalten.

Wurzelbehandlung aus Sicht der ganzheitlichen Zahnmedizin

In der ganzheitlichen und biologischen Zahnmedizin hat der wurzelbehandelte Zahn eine besondere Bedeutung. Denn wurzelbehandelte Zähne können Herde oder Störfelder sein und somit die Ursachen für weitere Allgemeinerkrankungen, orthopädische Erkrankungen, Therapiehindernisse usw.
In der ganzheitlichen Zahnmedizin heißt es daher nicht ohne Grund: An jedem toten Zahn hängt ein kranker Mensch!

Immer wieder beobachten ganzheitlich arbeitende Zahnärzte und Ärzte deutliche Verbesserungen von chronischen entzündlichen Erkrankungen, nachdem wurzelbehandelte Zähne und andere Störfelder aus der Mundhöhle entfernt wurden. Deshalb wird in der systemischen, ganzheitlichen, interdisziplinären und Umweltdiagnostik und -therapie zuerst nach den chronischen Veränderungen im Mundbereich geschaut und hier therapiert.

Aus der Sicht der Ganzheitsmedizin ist es von großer Bedeutung, neben der reinen zahnärztlichen Tätigkeit die Möglichkeiten der ganzheitlichen Therapieverfahren unterstützend anzuwenden. Insbesondere die Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte und die Verwendung von biologischen Wurzelfüllungsmaterialien sind hierbei zu erwähnen.

Aus diesem Grunde ist es wichtig, für jeden Patienten individuell die bestmögliche Therapieform auszusuchen. Dafür ist es nötig, die Therapiemöglichkeiten der Schulmedizin und Komplementärheilverfahren miteinander zu kombinieren. Dies geschieht am besten in einer Praxis der ganzheitlichen Zahnmedizin und Umweltzahnmedizin.

Wie erkenne ich eine Belastung durch wurzelbehandelte Zähne?

Als Patient haben Sie nur sehr eingeschränkte Möglichkeiten zu erkennen, ob ein wurzelbehandelter Zahn gesundheitliche Probleme bereitet. Denn auch symptomlose wurzelbehandelte oder tote Zähne können zu Beschwerden an anderen Stellen führen. Hellhörig werden sollten Sie auf jeden Fall, wenn

  • wurzelbehandelte Zähne beim Beißen schmerzen
  • eine Schwellung bzw. eine dicke Backe auftritt
  • Sie im Bereich des wurzelbehandelten Zahnes empfindlich auf Wärme oder Kälte reagieren
  • Sie wurzelbehandelte oder tote Zähne im Mund haben und dann krank werden (z.B. Knieprobleme bekommen).

Ein wurzelbehandelter Zahn hat keinen Nerv mehr. Daher kann er selbst nicht mehr weh tun. Treten dennoch Schmerzen auf, heißt das, dass die Umgebung des Zahnes in Mitleidenschaft gezogen ist. Schmerzen beim Beißen, Schwellungen und eine erhöhte thermische Empfindlichkeit treten typischerweise direkt nach der Wurzelbehandlung als Erstreaktion auf, sollten aber nach einer gewissen Zeit verschwinden. Ist dies nicht der Fall oder treten solche Beschwerden später (wieder) auf, sollten Sie hellhörig werden.

In all diesen Fällen sollten Sie tote und wurzelbehandelte Zähne – im Idealfall aus ganzheitlicher Sicht – von einem fachkundigen Zahnarzt überprüfen lassen.

Störfelddiagnostik bei wurzelbehandelten Zähnen

Egal wie lange eine Wurzelbehandlung schon her ist und ob Sie schon Probleme mit dem wurzelbehandelten Zahn hatten oder nicht: Ein wurzelbehandelter Zahn stellt immer eine Belastung für den Organismus dar und kann jederzeit zum Störfeld werden. Um herauszufinden, ob ein wurzelbehandelter Zahn ein Störfeld darstellt, arbeiten wir in vier Schritten:

  1. Allgemeine zahnärztliche Untersuchung: Die erste Stufe der Störfelddiagnostik erfolgt klassisch mittels ausführlicher Anamnese (nach ganzheitlichen Gesichtspunkten), klinischer Untersuchung und der Auswertung von Röntgenaufnahmen.
  2. Untersuchung auf Giftstoffe: Im zweiten Schritt führen wir einen Test mittels OroTox durch, um die Belastung durch Giftstoffe zu ermitteln. Dieser OroTox-Test gibt uns eine klare Auskunft über die Intensität und Wahrscheinlichkeit einer systemisch-immunologischen Belastung durch Merkaptane und Thioether.
  3. Neuraltherapie: Bei der dritten Stufe der Störfelddiagnostik setzen wir auf die Vorzüge der Neuraltherapie. Das Gebiet um den wurzelbehandelten Zahn wird dabei mit 1%igem Procain behandelt. Durch diese Injektion wird zum einen das Gehirn reflektorisch darauf aufmerksam gemacht, dass hier ein potenzielles Störfeld liegt und angeregt, dieses Gebiet vom restlichen Körper zu entkoppeln. Zum anderen wird Procain vor Ort in seine Bestandteile (PABA und Di-Ethyl-Amino-Ethanol) zerlegt und abgebaut. Dadurch wird die örtliche Durchblutung verstärkt, es kommt zur Gefäßneubildung und zur Anregung der Nervenzellen.
    In den kommenden 24 Stunden ist es wichtig, seinen Körper zu beobachten und alle Veränderungen aufzuschreiben. Vor allem bei orthopädischen Erkrankungen, wie Tennisarm, Knieschmerzen oder Schulterschmerzen beobachten wir immer wieder positive Veränderungen bei dieser Form der Störfelddiagnostik wurzelbehandelter Zähne. Der Effekt der Neuraltherapie im Rahmen der Störfelddiagnostik hält in der Regel ca. acht Stunden an – und damit deutlich länger als die lokale Wirkung der Anästhesie, die nur bei 30 Minuten liegt.
  4. Labordiagnostik: Feststellung der Verträglichkeit der Wurzelfüllmaterialien


Sollten die oben genannten Tests auf ein Zahnstörfeld hinweisen, ist unserer Meinung nach die Entfernung des betroffenen Zahnes unumgänglich. In diesem Fall raten wir unseren Patienten fast immer dazu, den wurzelbehandelten Zahn ziehen zu lassen.

Die richtige Entfernung wurzelbehandelter Zähne

Bei einem wurzelbehandelten Zahn ist immer das umliegende Gewebe mit Bakteriengiften, Eiweißzerfallsprodukten, Entzündungsstoffen usw. belastet. Entsprechend reicht es nicht einfach, den betroffenen wurzelbehandelten Zahn zu entfernen. Auch das umliegende Entzündungsgewebe muss entfernt werden. Im Anschluss desinfizieren wir die Wunde mit Ozon und verschließen sie mit einer PRF-Membran (wird durch ein spezielles Verfahren aus dem Blut des Patienten gewonnen).

Ozon hat den Vorteil, dass es neben der desinfizierenden Wirkung auch die Durchblutung und Zellregeneration anregt. Somit wird das Risiko einer Heilungsstörung reduziert und gleichzeitig der Wundverschluss beschleunigt.

Alternativen zur Wurzelbehandlung

Wenn keine Wurzelbehandlung erwünscht ist, oder diese nicht erfolgreich verlief, bleibt nur, den Zahn zu ziehen.

Nun gilt es eine andere Lösung zu finden, damit die Funktion des Gebisses erhalten bleibt. Schließlich weiß man, dass sich die Funktion unseres Gebisses auf viele Bereiche unserer Gesundheit auswirkt.

Unseren Patienten empfehlen wir grundsätzlich, die entstandene Zahnlücke zu füllen. Die aus unserer Sicht beste Lösung ist fast immer ein Vollkeramikimplantat.

Im Frontbereich arbeiten wir aus ästhetischen Gründen gern mit einem einteiligen Sofortimplantat aus Zirkon. Während der Abheilungsphase wird im ersten halben bis ganzen Jahr ein Provisorium getragen. Dieses darf im ersten halben Jahr nicht belastet werden. Im Backenzahnbereich bieten sich unter Umständen eher zweiteilige Keramikimplantate an. Diese heilen unter dem Zahnfleisch ein und werden erst nach einem halben Jahr freigelegt und belastet.

In unserer Praxis für ganzheitliche Zahnmedizin in Ditzingen bei Stuttgart unterstützen wir den Ab- und Einheilungsprozess vom Ziehen des Zahnes mit zum Einsetzen des Vollkeramikimplantates gerne über das Immunsystem. Schließlich sollen Sie möglichst bald und lange Freude an Ihrem neuen Implantat haben. Zur Stärkung der Immunabwehr arbeiten wir in unserer Praxis vor allem mit Homöopathie und Orthomolekularer Medizin, bei der lebenswichtige Nährstoffe wie Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente zugeführt werden.

Die Vorteile von Vollkeramikimplantaten auf einen Blick:

  • Mit einem Vollkeramikimplantat bleibt das Zahnumfeld (Zahnhalteapparat, insbesondere auch der Kieferknochen) erhalten. Bei Brücken oder Zahnlücken würde sich der Knochen im Laufe der Zeit zurückbilden.
  • Keramik ist hygienisch und optimal körper- bzw. gewebeverträglich.
  • Keramikimplantate liefern nicht nur im Frontbereich optisch ansprechende Lösungen.
  • Keramikimplantate ermöglichen eine schnelle Einheilung und sehr gute Regeneration.

Fazit zur Wurzelbehandlung

Wurzelbehandlungen können insbesondere bei Jugendlichen durchaus eine Option sein, wenn es darum geht, einen Zahn – eventuell auch nur für eine Übergangsphase – zu erhalten. Je stärker belastet ein Patient ohnehin schon ist, umso mehr sollte man über Alternativen zur Wurzelbehandlung nachdenken. Eine sehr gute Alternative sind nach unserer Erfahrung Vollkeramikimplantate.

Gerne beraten wir im Einzelfall mit Ihnen, welche Versorgung bei Ihnen die besten Ergebnisse verspricht. Sprechen Sie uns an!