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Edith Nadj-Papp
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Kraniofaziale Orthopädie

Die kraniofaziale Orthopädie ist ein interdisziplinäres Konzept zur Diagnostik und Therapie von Muskel- und Gelenkerkrankungen.

Das Zusammenspiel von Kieferanomalien und Körperfehlhaltungen führt zur Fehlbelastung des gesamten Skeletalsystems. Besondere Bedeutung hat diese Verbindung bei Kindern und Jugendlichen. Denn eine frühzeitiger Erkennung und Behandlung im Kindesalter hat eine präventive Bedeutung für die spätere Enwicklung und Erscheinung beim Erwachsenen.

Viele Einflüsse können Körperfehlhaltungen auslösen. Zum Beispiel:

  • Krafteinwirkungen, Unfälle, Verletzungen
  • Native Gewohnheiten
  • Körperliche Überbelastungen oder Unterforderungen
  • Narben und Wundheilungsstörungen
  • Umweltbelastungen
  • Ernährungsfehler und Mangelzustände
  • Hormonelle Störungen
  • Immunologische Störungen
  • Psychische Irritationen

Wie funktioniert das Muskulo-Skeletal-System?


Die körperlichen Abläufe sind so gesteuert, dass jegliche Abweichung von der Norm den Regulationsmechanismus aktiviert, der die Ordnung wieder herstellen soll.

Bei akuten Erkrankungen, bei denen die Einflüsse von kurzer Dauer sind, läuft das schnell ab. Je länger eine Erkrankung jedoch besteht, umso mehr werden die regulativen Mechanismen des Körpers beansprucht und umso mehr Energie muss für die Wiederherstellung des Gleichgewichts aufgebracht werden. Energie, die in anderen Bereichen des Körpers fehlt.

Dauernd anhaltende Irritationen übermüden das System. Es treten chronische Veränderungen in der Struktur, Funktion und Steuerung der Zellen, Geweben und Organen auf. Diese lösen Kettenreaktionen aus und führen zu weiteren Abweichungen.

Die Disharmonie ist für die Betroffenen sehr oft in Form von chronischen Schmerzen spürbar. Somit sind die Beschwerden als ein Warnsignal zu sehen, als ein Ausdruck der Überbelastung und eine Aufforderung etwas zu ändern z.B. an seinen Lebens- und Essgewohnheiten.

Wie entstehen die Veränderungen im Muskulo-Skeletal-System?


Die Basis bilden genetische Gegebenheiten, die durch äußere und innere Faktoren beeinflusst werden. Unser Körper ist sehr rational gesteuert. Somit werden die Bereiche, die stark beansprucht werden aufgebaut und die, die selten benötigt werden, abgebaut. Das führt dazu, dass bestimmte Körperbereiche besser ausgebildet sind als andere.

Dieses Zusammenspiel von Form und Funktion beeinflusst auch das muskulo-skeletale System und kann zur diagnostischen und therapeutischen Zwecken eingesetzt werden. Zum Beispiel in der Funktionskieferorthopädie zur gezielten Befundaufnahme und Korrektur des Kauens, Sprechens, Schluckens oder Atmens.

Die Muskelzellen sind in das Bindegewebe eingebettet, miteinander zu Muskelfasern verbunden und die Muskelfasern zu Muskelfaserbündeln vereint. Das ganze Muskelfaserbündel wird seinerseits wiederum von einer bindegewebigen Schicht umhüllt, die durch bindegewebshaltige Sehnen am Bindegewebe des Knochens befestigt ist.

In dem Bindegewebe finden wir neben den Blut- und Lymph-Gefäße und Nervenfasern auch weitere faserige Bestandteile (wie z.B. elastische und kollagene Fasern), zelluläre Bestandteile (z.B. Abwehrzellen des Immunsystems) oder auch Makromoleküle (z.B. Enzyme, Kohlenhydrate).

Jeglicher Stoff- oder Informationsfluss zwischen den einzelnen Zellen wird somit durch das Bindegewebe vermittelt und sichergestellt. Das heißt, sowohl "gute Stoffe", die die Zellen für ihre ordnungsgemäße Funktion brauchen, als auch Schadstoffe, die die Zellen belasten, werden über das Bindegewebe an- oder abtransportiert.

Wenn das Bindegewebe überlastet ist, kann das zu Veränderungen im System führen. Nachdem das Bindegewebe des gesamten Körpers kettenmäßig miteinander verbunden ist, löst jede Veränderung in diesem System automatisch eine andere  aus.

kraniofaziale Orthopädie

 

Wie hängt der Kopf- und Kieferbereich mit dem restlichen Teil des Körpers zusammen?


Die Befestigung des Unterkiefers erfolgt durch das Bindegewebe an der Schädel-Basis und ist mit der Hals-, Hinterkopf- und Nacken-Muskulatur verbunden. Die räumliche Lage des Unterkiefers hängt somit von dem Spannungszustand des Bindegewebes und der Muskulatur ab.

Das bedeutet, dass sich Fehlfunktionen und Fehlhaltungen im Kopf-Kiefer-Gesichts-Bereich  auf andere Teile des Muskulo-Skeletal-Systems auswirken und umgekehrt: Veränderungen in den unterschiedlichen Körperregionen können sich auf den Mund-Kiefer-Gesichts-Kopf-Bereich auswirken.

Biologische Kieferorthopädie mit dem ästhetischen Aligner

Meiner Ansicht nach ist die Aligner-Therapie die optimale Ergänzung zur kraniofazialen Orthopädie. Dank dem Aligner, einer weitgehend unsichtbaren Kunststoffschiene, können leichte Zahnfehlstellungen ohne ästhetische Einbußen korrigiert werden. Geplant werden die elastischen Schienen mittels eines 3D-CAD-CAM-Systems. Auf diese Weise können im Rahmen der biologischen Kieferorthopädie sehr schöne Ergebnisse erzielt werden.

Dabei wird mit diesem computergesteuerten Verfahren die individuell optimale Zahnstellung errechnet und festgehalten. Der Weg bis dorthin wird in einzelne kleine Bewegungen heruntergerechnet und dafür jeweils eine unsichtbare, sehr komfortable, dünne Schiene erstellt.

Die einzelnen Schienen werden ca. 3–4 Wochen getragen und dann so lange gewechselt, bis das Behandlungsziel erreicht wird. Die Behandlungsdauer liegt, je nach Fehlstellung, bei ca. 6–18 Monaten.

Orthocaps-Aligner

Vorteiler der Methode

  • Metallfrei
  • Biokompatibel
  • Ästhetisch
  • Komfortabel
  • Hygienisch
  • Praktisch

Voraussetzungen

  • Zuverlässigkeit und Selbstdisziplin, damit die Tragezeit von 22 Stunden erreicht werden kann
  • Optimale Mundpflege